
Juli
2010
Deutsche Schüler in der Minderheit
Manchmal werden sie verhöhnt, manchmal sogar geschlagen. Mit ihnen wird in der Klasse kaum geredet, sie ziehen sich zurück, sagen kaum noch ihre Meinung – kurz, sie sind nicht integriert in der Schule. Die Rede ist nicht von Migranten-Kindern an einer deutschen Schule, sondern von deutschen Schülern an einer Hauptschule in Essen.
Spannende Dokumentation mit dem Titel “Kampf im Klassenzimmer: Deutsche Schüler in der Minderheit“. Man achte vor allem auf die Reaktionen, die diese Doku ausgelöst hat: Zeitungsartikel 1, Zeitungsartikel 2, Zeitungsartikel 3
Schaut mal rein, ist wirklich spannend. Danke an Benedikt für den Link.
Juli
2010
Eva Herman zur Loveparade
Sagt mal, habt Ihr zufällig verfolgt, was Eva “die Autobahnen” Herman zu den Vorfällen auf der Loveparade geschrieben hat? Viele Community-Mitglieder verlinkten mir ihre Ausführungen:
Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden: Mindestens neunzehn Tote, über 340 Verletzte. Der frischgebackene Bundespräsident Wulff stellte in einer eiligen Reaktion schon kurz darauf »bestürzt« fest, dass eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, furchtbar sei.
Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht [...]
Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.
Viele von Euch regen sich darüber auf, was Frau Herman da mal wieder abgelassen hat. Ich bin allerdings der Meinung, dass man einige Punkte durchaus diskutieren kann. So ganz unrecht hat die Dame nicht – ich denke durchaus, dass auf der Loveparade viele Menschen Drogen konsumieren. Allerdings macht sie meiner Ansicht nach den Fehler, alle Besucher “über einen Kamm zu scheren”. Ich denke, dass es auch eine Menge von Leuten gibt, die ohne Drogen mitfeiern oder gar nur zuschauen wollen.
Den größten Fehler, den Frau Herman meiner Meinung nach macht, ist, mit irgendwelchen “Bibel-Schlussfolgerungen” festzustellen, die Leute hätten es in diesem “Sodom und Gomorrha” nicht besser verdient – sie wären quasi selbst Schuld:
Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet [...]
Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.
“Ganz andere Mächte”? Wenn ich sowas lese, muss ich mir echt an den Kopf fassen. So ein Satz ist nicht nur respektlos den Opfern gegenüber, sondern lässt mich arg an ihrem Verstand zweifeln. Ich persönlich frage mich, ob Frau Herman mit solchen Sätzen nur darauf aus ist, mal wieder Gesprächsthema in den Medien zu sein, um evtl. ein neues Buch besser promoten zu können, oder ob die Dame evtl. eine neue Karriere in der Kirche anstrebt. Ich für meinen Teil kann da nur den Kopf schütteln!
Wie seht Ihr die Sache?
Hier könnt Ihr den kompletten Artikel lesen —> Klick mich
Juli
2010
Zur Love-Parade Tragödie
Ihr habt sicher schon von der Sache, die sich heute bei der Love-Parade in Duisburg abgespielt hat, gehört:
Tragisches Unglück bei der Loveparade in Duisburg: Eine Massenpanik in einem Tunnel vor dem eigentlichen Veranstaltungsgelände hat am Samstagnachmittag nach Polizeiangaben mindestens 15 Tote und 100 Verletzte gefordert. Augenzeugen berichteten, Polizeibeamte hätten Tausende Menschen davon abgehalten, auf das wegen Überfüllung geschlossene Gelände der Großveranstaltung zu strömen. Viele Besucher seien bei dem Andrang umgekippt. Etwa zehn hätten wiederbelebt werden müssen. Rettungskräfte seien kaum durchgekommen (t-online.de).
Ich wollte über diese Tragödie eigentlich gar nichts schreiben, denn wie wir alle wissen, sind die Leute in den Comments oft ziemlich taktlos (siehe die Chatbox auf wowszene.de). Der Grund, warum ich den Vorfall jetzt doch thematisiere, ist eine Mail, die mich gerade von Community-Mitglied psYcho erreicht:
Hey, ich denke du hast wie viele andere von den Todesfällen in Duisburg bei der Loveparade gehört. Ich selbst war dort vor Ort, während viele Leute gestorben sind. Keiner wusste wirklich, was er tun soll, man konnte sich nicht bewegen. Leute die kleiner als ich waren (Ich selbst bin 1.86m.) konnten kaum noch atmen. Einer Frau konnte ich helfen raus zu kommen, doch eine andere hab ich nicht halten können, weil ich selbst weggedrängt wurde. Mein Bruder hätte ich auch fast verloren, er ist 2x auf dem Boden gelandet, hat es allerdings noch überlebt. Daher fände ich es fair und sehr mitfühlend von dir, wenn du einen Blogeintrag der Tragödie witmen könntest.Ich selbst würde gerne mein Mitleid den Leuten ausdrücken, doch weiß nicht wie.
Das ist schon “starker Tobak”, was psYcho hier berichtet. Schon eine Tragödie, dass sowas ausgerechnet auf einer Veranstaltung passiert, die seit Jahren für so viele positive Aspekte steht. Natürlich fragt man sich, wie sowas passieren konnte? War Duisburg als Stadt evtl. von der örtlichen Gegebenheiten für ein Event dieser Größe nicht ausgelegt? Schwer zu beurteilen…
Ihr habt nun die Möglichkeit, Eure Gedanken zu dem Vorfall in den Comments zu schildern und den Opfern und Hinterbliebenen Euer Mitgefühl auszusprechen (taktlose Troll-Kommentare könnt Ihr Euch sparen – werden nicht freigegeben).
Juli
2010
Studie: “Killerspiele” bauen Stress ab
Die A&M International University in Texas fand heraus, dass gewalthaltige Spiele, die hiesige Politiker gerne als “Killerspiele” bezeichnen, auf lange Sicht zu einem besseren Stress-Management führen.
„Killerspiele“: Eine Studie der Texas A&M International University behauptet: Junge Erwachsene, gleich ob männlich oder weiblich, die gewalthaltige Videospiele spielen, gehen auf lange Sicht besser mit Stress um als nichtspielende Menschen. Zudem seien sie seltener depressiv und weniger feindselig gegenüber anderen Menschen. Professor Dr. Christopher J. Ferguson testete 103 Personen mit folgendem Versuchsaufbau: Jede Person sollte eine frustrierende Aufgabe erledigen. Nach einiger Zeit wurden die Versuchspersonen zufällig mit verschiedenen Computerspielen beschäftigt. Diese unterteilten sich in harmloses Spiel, gewalthaltiges Spiel mit “Gut-gegen-Böse-Thema” und gewalthaltiges Spiel als Bösewicht. Die Ergebnisse bringen Ferguson zu dem Schluss, dass gewalthaltige Spiele – als Reaktion auf frustrierende Alltagsaufgaben – Feindseligkeits- und Depressionsreduzierung mit sich bringen.
Das ist dann wohl die erste Studie, die Ergebnisse bringt, die sich mit meinen Erfahrungswerten decken. Danke an Florian und Nightwing für den Link.
Quelle: pcgames.de
Juli
2010
Zum Thema Real-ID…
Mich erreichte heute eine wahre Welle von Mails zum Thema “Real-ID” von Blizzard. Folgendes ist passiert:
Wie du sicherlich mitbekommen hast, plant Blizzard ja zukünftig über den richtigen Namen im Forum zu posten. Community Manager Bashiok hat, um das System zu verteidigen, dann seinen Namen angegeben und nach wenigen Minuten hatte die Community Adresse, Alter, Namen seiner Frau und sogar die Schule der Kinder herausgefunden. Daraufhin hat er seinen Twitter Account gelöscht und seine Telefonnummer sperren lassen (Crusard).
Schon ne harte Nummer. Community-Mitglied Peppy schreibt mir dazu einen interessanten Leserbrief:
Da Blizzard versucht ein neues Forum zu entwickeln, in dem man statt mit Charakter nur noch mit richtigem Namen postet, sind viele User empört. Doch wieso? Ist unser Problem nicht eher in der Aggressivität der Leute zu finden? Sind wir heutzutage nur noch drauf aus, Böses zu tun, andere zu denunzieren und nieder zu machen? Was ist das für eine Zeit, in der man nur noch Angst haben muss, verprügelt zu werden, weil man etwas in einem offiziellen Forum schreibt? Ein Grund, schön aktuell, warum Blizzard das System einführt: http://forums.wow-europe.com/thread.html?topicId=13816898910&sid=3
Da kann ich schon verstehen, warum viele Anonym bleiben wollen. Doch wenn ihr in echt jemandem eine Beleidigung an den Kopf werft, seid ihr auch nicht anonym, wieso sollte das Internet eine rechtsfreie Zone sein? Wieso nicht einen Internetführerschein haben, und wer sich nicht dran hält: Sorry, such dir ein anderes Hobby, das Internet wurde gesperrt für dich.
Bleibt noch die Frage an Euch: Wie seht Ihr die Sache? Richtiger Name oder weiterhin schön anonym flamen?
Sogar die Zeit hat das Thema jetzt aufgenommen. Hier der Link zum Artikel –> Klick mich
Juni
2010
Warum wir die Besten sind
Ich habe soeben einen höchst interessanten Artikel von Community-Mitglied Marlex verlinkt bekommen. In dem Artikel beschäftigt sich der Verfasser mit dem Erfolg des deutschen Teams und zeigt auf, warum unsere Jugendarbeit in den letzten Jahren so erfolgreich war und warum dadurch unsere Nationalmannschaft mit so vielen jungen und talentierten Spielern gespickt ist. Ebenso verdeutlicht er, warum dies in England eben nicht der Fall ist und was sich ändern muss. Man könnte dabei fast meinen, die Engländer würden extrem neidisch zu uns nach Deutschland rüberschauen.
Germany taught us a lesson on the pitch but we also need to learn from them off it. It was not so long ago the Bundesliga was reportedly dying on its backside, unable to pay the high wages and attract big names.
So the German clubs decided to invest in their youth systems rather than importing. The German national team is clearly thriving thanks to the wealth of talent the country’s top division is producing. You can’t say the same about us.
Wenn man den Artikel liest, wird einem klar, wie gut das deutsche System ist und wie vorausschauend man in Deutschland in den letzten Jahren gearbeitet hat. Seit Jahren weint man in Deutschland rum, dass die deutschen Klubmannschaften international, aber vor allem in der Champions-League (mal abgesehen von Bayern in diesem Jahr) so wenig mithalten können. Fakt ist aber, dass genau diese Marschroute, nämlich keine Unsummen und Gehälter für internationale Topstars auszugeben (zumindest nicht ausschließlich), der deutschen Fußballjugend unglaublich viel gebracht hat.
Auch wenn wir in diesem Jahr nicht Weltmeister werden, gehört der deutschen Mannschaft definitiv die Zukunft. Man konnte schon in den letzten Jahren sehen, dass wir in Sachen Jugendarbeit ganz vorne dabei sind – siehe die EM-Titel für die U17, U19 und U21. Ich würde sogar soweit gehen, dass wir uns momentan in einer “goldenen Generation” (klingt übertrieben, aber man benutzt diesen Ausdruck) junger deutscher Talente befinden. Stellt Euch doch mal Spieler wie Özil, Boateng, Neuer und Khedira, die im letzten Jahr noch den U21-EM-Titel für Deutschland holten, in vier Jahren vor…
Ich hoffe also sehr, selbst für den Fall, dass wir Samstag gegen Argentinien ausscheiden, dass man in Deutschland nicht wieder alles schlecht redet. Wir haben in vielerlei Hinsicht der Welt bei dieser WM eine Lektion erteilt!
Quelle: The Sun
