August
2008
Spielen, Spielen, Spielen
Gestern Abend war es mal wieder soweit: Die ARD zeigte die Dokumentation “Spielen, spielen, spielen… Wenn der Computer süchtig macht”. Gestrickt war die Doku mal wieder in gewohnter Art und Weise: Es werden Extrembeispiele herausgesucht, alles wird aus dem Zusammenhang gerissen und als Standard dargestellt. Darüber hinaus wird schlecht recherchiert, es kommt immer wieder zu inhaltlichen Fehlern, die uns Insidern natürlich sofort auffallen: Da wird ein Battleground schnell mal zu einem Raid.
Marc-Oliver und seine Mutter sind ja keine Unbekannten. Man kennt das Duo bereits aus einer anderen Doku, bzw. einem kurzen Bericht. Im Grunde hat sich nichts geändert: Die Mama jammert immer noch vor der Kamera über die bösen Computerspiele, die ihren Sohn dahin gebracht haben, wo er jetzt ist. Was mich bei dieser Art der Darstellung extrem stört, ist die Tatsache, dass sich die Eltern immer komplett aus der Verantwortung nehmen und die Schuld allein dem Rechner und den Spielen zuschieben – die bösen Computerspiel-Entwickler sind schließlich Schuld. Es liegt nicht daran, dass ich als Elternteil völlig versagt habe, nein, die Spielefirmen sollen einfach alle Computerspiele sofort vom Markt nehmen.
Hier sind wir wieder an einem Punkt angekommen, den ich schon seit eh und je kritisiere: Wenn man es als Elternteil so weit kommen lässt, kann man sich einfach nicht hinstellen und den Spielen dafür die Schuld geben. Das ist so, als würde ich mein Kind jeden Tag zwölf Stunden vor den Fernseher setzen und mich dann beschweren, dass die Serien mein Kind zu sehr in seinen Bann ziehen und er/sie immer weiter schauen will. Tut mir leid, dass ich es so drastisch formuliere, aber in meinen Augen hat die Mutter einfach komplett versagt. Eltern haben in der Entwicklungsphase ihrer Kinder eine große Verantwortung – man kann sein Kind nicht vor den Rechner setzen und hoffen, dass es sich selbst reglementiert.
Meine Schwester, die ebenfalls junge Mutter ist, macht es so, dass mein Neffe pro Tag eine bestimmte Anzahl von “Medienstunden” zur Verfügung hat – das schließt die Konsole, den Rechner und den Fernseher mit ein. Hat er seine Medienstunden aufgebraucht, darf er weder TV-Schauen noch irgendwas zocken.
Darüber hinaus sah in der Doku gestern Abend auch vieles ziemlich gestellt aus. An dieser Stelle zwei Beispiele:
- Seit wann braucht man zum WoW-Spielen die Software-CDs? Man installiert das Spiel einmal und dann braucht man sie nie wieder. Selbst wenn das Spiel aus irgendwelchen Gründen nicht mehr läuft, kann man die Software problemlos aus dem Netz von der Blizzard-Homepage saugen.
- Dass Marc-Oliver am Wurststand angeblich darüber nachdenkt, wie er am nächsten Abend WoW spielen will, ist ebenso absurd. Er würde sich Gedanken machen, wie er am nächsten Tag leveln würde, achso – für jeden WoW-Spieler wird, anhand der Bilder, sofort deutlich, dass sein Char bereits das Maxlevel erreicht hat. Natürlich kommt es vor, dass man sich als WoW-Spieler auch mal in seiner Freizeit Gedanken über das Spiel macht (Taktiken eines Encounters vor dem Raid), aber wir denken sicherlich nicht 24 Stunden an das Spiel und schon gar nicht über so einen banalen Mist nach. Ist in meinen Augen sehr weit hergeholt, und dient ausschließlich dem Zweck, die “allgegenwärtige Sucht” darzustellen.
Versteht mich nicht falsch, man kann WoW und Computerspielen ein gewisses Suchtpotential nicht absprechen. Nur wird in dieser Art der Dokus niemals wirklich neutral über das Thema berichtet. Nie werden die vielen positiven Aspekte dargestellt. Es wird niemals jemand gezeigt, der intensiv WoW spielt, aber trotzdem auch im realen Leben ein führender Kopf ist. Es geht immer und ausschließlich um Panikmache. Hierbei wird suggeriert, dass Computerspiele das Heroin des 21sten Jahrhunderts sind, und das ist einfach ein Witz. Computerspiele sind die virtuellen Spielplätze unserer Zeit, verlockend keine Frage, aber trotzdem nur ein Hobby, wie jedes andere auch. Gebt mir ein Budget, gebt mir ein Kamera-Team und die Möglichkeit – dann produziere ich Euch eine wirklich authentische Doku und mit all seinen positiven und negativen Aspekten. Aber wozu eigentlich, realistische Zustände will ja keiner sehen, Panikmache verkauft sich einfach besser…

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ich muss mich eigentlich allen auf wowszene und bam-stevinho anschließen, daher brauche ich nicht mehr viel sagen.
- sachlich total falsche angaben
- wow nur mit cd?
- ICH WILLLLL ZOOOOOOCCCKKKÄÄÄN !?!?!?!?!
- hab mal ne andere doku gesehen:
wenn die eltern finden, dass die kinder zuviel pc spielen, dann sollten die Eltern vielleicht mehr zeit mit ihren Kindern verbringen. (so oder so ähnlich^^)
wie auch oft genannt schieben die Eltern die Kinder reinach vorm Computer ab
Na Steve, muss es gleich im Fernsehen laufen, oder reicht erstmal Internetstream… denn da hast du doch einen guten und starken Partner, evtl. sogar für solch eine Doku!?!
Der Mensch hat nunmal die Eigenschaft die Fehler zuletzt bei sich zu suchen (so beschrieb es ein Mitglied im WoWSzene.de Kommentar), und genau das ist es, was auf Bennys Aussage zutrifft: Die Eltern beschuldigen lieber das Spiel und sie sind aus dem Schneider…
Wenn es diese Doku schafft, diese Eltern aufzurütteln und sie zum “Retter ihrer Kinder vor den pösen Spielen zu machen”, dann kann ich damit leben.
Und evtl. will/soll man Stimmung für die Fernseh-, Kino- und Musikindustrie machen, wenn die Gameindustrie in 5 Jahren das Volumen von Kino und Musik zusammen erreichen will (geschätzte 80Milliarden!)
ARD/ZDF porpaganda so wie immer halt.
/Reportagen EpicFail
Die einzigen die es wirklich interessieren würde eine Dokumentation zu sehen die wirklich den Wahrheiten entspricht sind wohl die betroffenen selbst.
Die Medien stempeln solche Leute einfach ab. Sie werfen alle in einen Topf und das find ich nicht korrekt von den Medien…
Diese masslose Übertreibung der Umstände ist nicht in Ordnung. Wäre doch mal ein gutes Diskusionsthema für eine WowNacht. Maybe hab ich’s auch verpasst und es wurde schonmal behandelt.
Maybe findet sich ja jemand dabei der die entsprechenden Mittel ( Materialien ) für eine ausführliche Inet Dokumentation aufbringen kann. Wenn jemand die Community mobilisieren kann dann jemand der bereits Jahrelang sich für diese aufopfert.
Mfg NickL
Also ich will jetzt ja nur mal für mich sprechen aber ich denke das mein Computerspielgenuss ( speziell WoW ) suchtartige Züge angenommen hat!
Ich weis viele werden jetzt sagen ” ja klar … ” aber ich denke das mir das spiel nicht wirklich immer gut tut. Und als ich das letzte mal beim Zocken /played eingegeben habe “Holla die Waldfee..” ich sags mal so wenn ich die Zeit in Fitnessstudio investiert hätte würd ich aussehn wie Gerad Butler in 300. Was ich damit sagen will ich denke wir die Spieler müssen da auch die Aussenstehenden verstehen, wie Freunde mit denen man wegen abendlichen raids Ausgehtechnisch nur noch minimal was unternimmt, oder Eltern die zusehn müssen wie ihre Kids 10h am stück vor dem Bildschirm hocken, oder Partner die sich durch den PC in Konkurenz sehen. Und wenn ich mal ehrlich mit mir selbst bin, und ich bin mir sicher anderen gehts da ähnlich, wissen wir das wir öfters oder manchmal zu viel spielen und das es nicht schaden würde wenn man mal dem Reallife mehr beachtung schenken würde. Und einfach nur zu Sagen ARD/ZDF übertreiben hier Maßlos, so einfach würd ichs mir nicht machen, sie versuchen , mehr oder weniger erfolgreich, auf das problem aufmerksam zu machen, ( also ich hab mich schon bei manchem angesprochen gefühlt! ), was doch eigentlich recht löblich ist und wenn man so gefestigt ist sollte man auch als “Suchtie” ,so wie ich, die Kritik konstuktiv entgegennehmen ohne groß einen Aufstand zu machen weil man sich ” wie ich ” ein bisschen ertappt fühlt.
Zu dem Thema:
Gaia
schrieb am 13. August 2008 um 08:51 Uhr
Ich muss Dir absolut recht geben. Solche Dokus bringen keinen weiter und helfen auch nicht das eigentliche Problem zu lösen
” Dazu denke ich das es hier vorwiegend um die information geht das der PC süchtig machen kann und welche probleme es mit sich bringen kann, und somit quasi Aufklärung betreiben”
So jetzt werd ich bestimmt Von ein Paar leuten als Moralapostel und als Gimp abtituliert aber des ist ja auch nur meine bescheidene Meinung dazu und leztendlich muss jeder sein eigenes Leben leben.
So Long…
Jawoll Steve du hast es 100%ig erfasst!
/signed
Hab ich mich da eigentlich verhört oder hat der Freak in der Doku wirklich beim WoW installieren immer wieder vor sich hingesagt “Ich will spielen .. spielen …. spielen” wie Gollum?
Und noch besser ist,wenn der Zuschauer keine Ahnung hat vom Spiel geschweige denn den Klassen,wenn die Leute sich vorstellen mit “Ich bin Feral Druide” omg…
haha der marc oliver war aber auch bevor er pc süchtig wurden nen freak, kenn den im rl und ging mit ihm für 4 jahre auf eine schule….der pc seine mutter hat er auch schon angeschrien als er noch 10 war und keine spiele gezockt hat, generelll hat der typ jeden angeschrien weil er irgentwie als kind halb taub war und unbewusst angst hatte das ihn keiner hört weil er sich selbst nicht gehört hat oder so xD …. naja der typ war halt krank und hatte schon immer keine freunde, bzw nur freunde die ihn ausgenutzt haben
Wer schon Mark-Oliver heißt, bei dem ist kein Wunder das der etwas neben der Spur ist.
Hab nur kurz eingeschalten gemerkt wie dumm der Typ ist und wieder ausgeschalten. Die Mutter sieht mir auch noch sehr “jung” aus, die ist bestimmt nie mit der Situation klar gekommen ein Kind zu haben.
Ich zock teilweiße auch 7-8 std am Tag, ferien ftw, hab auch nie wirklich Lust irgendwelche Sachen aufzuräumen. Aber ich mach es doch irgendwann, weils die Mutter nicht macht.
Den geistigen Stand von dem jungen Mann habe ich bei der Aussage:” Ich hol meinen Bruder später ab” gemerkt.
Von WoW kann man, in meinen Augen, nicht süchtig werden. Sachen wie Alkohol und Drogen werden vom Körper und der bekommt die abhängigkeit davon. Aber WoW geht nur auf die Geist und wer nicht merkt dass es nur ein Spiel ist, dem ist auch nicht mehr geholfen.
Steve, dein letzter Satz passt 100%ig.
Wer will im TV schon die Wahrheit sehen? Dann lieber etwas, das gehypt wird und wie du so schön sagst, angst macht.
Das sieht man lieber als die Wahrheit.
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